Zurück zu Alben Details

Various Artists
10 Magic Years - The Best Of Act World Jazz 1992 - 2002

10 Magic Years - The Best Of Act World Jazz 1992 - 2002
10 Magic Years - The Best Of Act World Jazz 1992 - 2002

Produktinformationen

Aufnahmedetails

Mastered by Klaus Scheuermann
Compilation produced by Siegfried Loch


Jubiläum mit "World Jazz", der als angehender Teenie noch ziemlich jung und neugierig ist. Nicht multikulturell, sondern multi-individuell geprägt ist das ACT Label von Siegfried Loch.
Der Jazz ist heute eine Weltsprache mit vielen unterschiedlichen Akzenten und Dialekten. Seit  den sechziger Jahren des mittlerweile vergangenen Jahrhunderts hat er sich außerhalb des Mutterlands USA immer mehr  emanzipiert. Besonders in Europa formulierten Musiker ihre Unabhängigkeits-Erklärungen in immer ausgeprägteren, zugleich verfeinerten eigenen Idiomen. Und setzten damit im Grunde nur fort, was Django Reinhardts "Hot Club de France" bereits in den Dreißigern fulminant begonnen hatte. Doch die bisher größte Formen- und Farbenvielfalt erreichte der Jazz in den letzten zehn Jahren - genau so lange existiert jetzt das ACT Label, bei dem diese Vielgestaltigkeit dezidiertes Programm ist. Kurz: "World Jazz", als bewusste Abgrenzung gegenüber der nach wie vor vorhandenen Auffassung, der Jazz sei eine reine "Afro-Amerikanische" Kunstform.World Jazz bedeutet für ACT nicht nur "weltumspannende" und "weltläufige", sondern vor allem "weltoffene" Musik von und für musikalische Freidenker in der Tradition der improvisierten Musik.
World Jazz bedeutet für ACT nicht nur "weltumspannende" und "weltläufige", sondern vor allem "weltoffene" Musik von und für musikalische Freidender in der Tradition der improvisierten Musik.
Noch immer repräsentativ für die Philosophie des 1992 gestarteten  Labels - mit inzwischen 100 Titeln im Katalog - ist die erste, in Kooperation mit dem WDR entstandene ACT Produktion aus dem Jahre 1992: "Jazzpaña", eine Aufnahme mit exzellenten jungen spanischen Flamenco-Künstlern mit international renommierten Jazzern wie Al Di Meola, Michael Brecker und Peter Erskine unter der Leitung des zu jener Zeit noch völlig unbekannten Arrangeurs Vince Mendoza. Mendoza wurde in der Folgezeit zu einem der gefragtesten Arrangeure aus den USA (dessen Sound-Hilfe sich auch Popstars wie Björk und Robbie Williams inzwischen versicherten) und "Jazzpaña" eine der weltweit erfolgreichsten Jazzproduktionen des Jahrzehnts, mit zwei Grammy-Nominierungen und Auszeichnungen wie dem Deutschen Jazz Award. Packende und aufregende Musik, die verwandte Genres auf höchstem Niveau zusammenbringt: Diese Konzeption  ist immer noch Leitfaden für die generelle Repertoire-Politik von ACT-Chef und Verleger Siegfried Loch. Jazz ist schon durch seine Misch-Herkunft eine entschieden kommunikationsversessene Musik - mit Sicherheit diejenige, die im 20. Jahrhundert am beharrlichsten die Fühler ausgestreckt hat. Und die mit starken musikalischen Individuen dafür sorgt, dass das Weltdorf der Töne nicht zum Provinzkaff der Allerweltsklänge wird. Nicht als multikulturell, sondern eher als multi-individuell  sieht deshalb Siegfried Loch das Profil von ACT.
So hat ACT in den letzten zehn Jahren Gruppen wie das zum Shooting-Star-Ensemble gewor-dene schwedische E.S.T. Esbjörn Svensson Trio  auf den internationalen Markt gebracht, so außergewöhnliche Persönlichkeiten wie den Posaunisten Nils Landgren und den in Paris lebenden vietnamesischen Gitarristen Nguyên Lê in den unterschiedlichsten Kontexten außerordentlich erfolgreich präsentiert und bisher unentdeckte Hochbegabte wie den deutschen Pianisten Jens Thomas, der mit seinen Interpretationen von Stücken des Filmkomponisten Ennio Morricone quasi über Nacht berühmt wurde, zum vielbeachteten Debüt geführt. Der Amerikaner Richie Beirach, zusammen mit dem jungen deutschen Geiger Gregor Hübner und dem Ausnahmebassisten George Mraz, sind Beispiel dafür, dass ACT auch jenseits der "Weltmusik"-Einflüsse offen ist für nicht ganz selbstverständlich Quer-verbindung zur klassisch-westlichen Kammer-musik eines Belá Bartok oder Federico Mompou. Selbstverständlich ist es für ACT, dass ins europäisch-afrikanisch-asiatische Konzert auch amerikanische Stimmen einfallen können: Zu den neuen Stars des Labels gehört die Schlagzeugerin, Sängerin und Komponistin Terri Lyne Carrington - und auch ihr Landsmann und Saxophonisten-Kollege Dave Binney, der mit die aufregendsten und feinsten Stücke im aktuellen Jazz schreibt, zählt zu den exponierten Hoffnungsträgern des ACT Labels.
Vielfalt muss nicht zur Unkenntlichkeit führen - wenn sie durch hohe Qualität verklammert ist. Und durch spürbare Neugier. Nicht an Jazzern (und Weltmusikern), die bereits abgeklärt auf einer Erfolgsschiene fahren, ist ACT vorrangig interessiert, sondern an kreativen Suchenden, stilistischen Freigeistern, die für sich und die Hörer neue Herausforderungen wollen. 1996 startete das Label seine "World-Jazz Anthology Serie", mit denen das eigene Repertoire-Konzept in jeweils aktuellen Zusammen-stellungen dokumentiert wurde - und die zu Bestsellern aufstiegen. "A Little Magic In A Noisy World hieß die erste, "Global Magic" die bisher letzte. Das Wort "Magic" bezieht sich dabei auf den Zauber, der in der Musik selbst liegt: der Zauber der  Koexistenz. ACT will diese Magie immer wieder neu entfachen: mit Musikern und für Hörer, die bereit sind, für die Weltsprache Jazz von Zeit zu Zeit neues Vokabular zu lernen. Damit hat ACT in den letzten zehn Jahren eigene Akzente in dieser Sprache gesetzt: