05.03.2019KünstlerJavier Girotto

Tango Nights: Emile Parisien & Vincent Peirani meet El Afronte

Weltpremiere: Tango und Jazz in einer mitreißenden, farbenprächtigen Melange. Die französischen Jazz-Stars Vincent Peirani und Emile Parisien treffen auf das argentinische Tango-Orchester "El Afronte".
 
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Tambour Music Magagement & ACT präsentieren:

 
T a n g o N i g h t s
 
Orquesta Típica »El Afronte« meets Emile Parisien & Vincent Peirani
Javier Girotto Trio »Tango Nuevo Revisited“ (nur Berlin, 27.5.)
 
Das Zusammentreffen des argentinischen Orquesta Típica »El Afronte« mit dem Saxofonist Emile Parisien und dem Akkordeonist Vincent Peirani im Rahmen der „Tango Nights“ dürfte eine musikalische Begegnung werden, wie man sie in Europa nur selten erleben kann. Jazz trifft Tango, zwei Musikformen, die nur scheinbar weit voneinander entfernt liegen. Denn: beide entstanden vor gut 100 Jahren, beide vereinen Einflüsse afrikanischer Musik und ultimativ des „Blues“ mit der Musik ihrer „Geburtsländer“. Beide sind stets in Bewegung. Und beide verbinden maximalen Ausdruck mit großer musikalischer Fertigkeit. Das verkörpert auch das Javier Girotto Trio, welches als besonderer Gast auf dem Auftaktkonzert der Tournee eine Neuinterpretation des Wegweisenden Albums „Tango Nuevo“ von Astor Piazolla und Garry Mulligan präsentiert.
 
Dass man nun im Rahmen der „Tango Night“ das 10-köpfige, aus Buenos Aires stammende Tango-Orchester »El Afronte« in Europa erleben kann, gleicht einer kleinen Sensation. Im Jahr 2004 gegründet zählt es zu den wichtigsten und, mit über 200 Konzerten pro Jahr, gefragtesten Ensembles seiner Art. Die Musiker des Orchesters bilden den Kern der, mit nun schon über zehn Jahren, längsten durchgängig stattfindenden „Milonga“ Argentiniens. Vergleichbar sind die „Milongas“ mit den Jamsessions im Jazz. Sie bieten einen welt- und stiloffenen Rahmen für Begegnungen von Musikern, Tänzern, Lyrikern und anderen Performern. In Argentinien entstammen sie der Tango-Tradition, entwickelten sich aber in den 90er Jahren zu Epizentren des musikalischen Austausches weit über Genregrenzen hinweg und waren unter Anderem Keimzellen für die argentinische und lateinamerikanische Metal- und Punkrock-Szene. »El Afronte« beherrscht alle Ausdrucksformen des Tangos. Dabei legen die Musiker Wert darauf, nicht in der Nostalgie vergangener Jahrzehnte zu schwelgen, sondern auch neue Entwicklungen zu berücksichtigen. Die Tradition des Tangos, transportiert ins Hier und Jetzt. Mit einem durchaus klassischen, akustischen Sound und den typischen tänzerischen Elementen, aber eben nicht mit einem klassischen Repertoire, sondern mit Eigenkompositionen, die allesamt aus dem 21. Jahrhundert stammen. Gelebte, lebendige Tradition eben.
 
Erstmals trifft „El Afronte“, das sich immer wieder Gästen und Kollaborationen öffnet, auf Vincent Peirani und Emile Parisien, die beiden aktuell meistbeachteten Jazzmusiker ihres Heimatlandes Frankreich. Peirani und Parisien sind Brüder im Geiste. Und beide sind ohne Frage stilbildende Vertreter ihres Instrumentes. Auf hunderten Konzerten und Aufnahmen im Duo beeindrucken sie mit einer schier unerschöpflichen musikalischen Bandbreite. Diese reicht vom Swing und der Seele eines Sidney Bechet und der immer subtil mitschwingenden französischen Jazztradition bis zu und einem modernen Musikverständnis, in dem „Jazz“ bestenfalls die Schublade für alles ist, das sonst in keine Schublade passt. Und auch als Solokünstler zeigen sie mit jedem neuen Projekt immer wieder neue Seiten ihrer Künstlerpersönlichkeiten. So legte Emile Parisien Anfang 2019 sein vielbeachtetes Quartettalbum „Double Screening“ vor – ein hochvirtuoser, halsbrecherischer, musikalischer Kommentar auf die Datenflut unserer Zeit. Und Vincent Peirani stellt das Akkordeon auf „Living Being II – Night Walker“ in einen bisher ungehörten Jazz-Rock-Kontext, von zarten, leisen Seiten bis zu Bearbeitungen der Musik von Led Zeppelin.
 
Auf dem Eröffnungskonzert der Tour am 27.5. in Berlin stellt zudem der argentinische Baritonsaxofonist Javier Girotto sein Projekt „Tango Nuevo Revisited“ vor. Mit diesem widmet er sich einem Album, welches bereits 1974 den Tango für Einflüsse des Jazz öffnete: „Tango Nuevo“ von Astor Piazolla und Garry Mulligan. „Tango Nuevo Revisited“ ist gewissermaßen eine Kammer-Jazz-Fassung des, über weite Strecken aus Orchester- und Band-Arrangements bestehenden Originals. Die Interpretationen des Trios sind reduzierter und bieten zugleich mehr Raum für Improvisation und Interaktion. Und auch Girotto selbst lässt das Baritonsaxofon an vielen Stellen mehr knarzen und röhren, als Mulligan, ohne jedoch die zarteren, gesanglicheren Passagen zu vernachlässigen.
 
Mit den Tango Nights schließt sich der Kreis zwischen dem Tango, der seit 120 Jahren Zuhörer und Musiker auf der ganzen Welt mit seiner Kraft, Emotion und Tiefe fasziniert. Und dem Jazz, der sich in derselben Zeit von einer ureigen amerikanischen Kunstform zu einer Kontinente und Genres umspannenden musikalischen Sprache geworden ist. Fusion? Crossover? Weltmusik? Sicher nicht. Sondern vielmehr eine Begegnung von Verwandten im Geiste, auf der beständigen Suche nach neuen musikalischen Abenteuern.
 
Orquesta Típica »El Afronte« meets Émile Parisien & Vincent Peirani
 
Vincent Peirani / Akkordeon, Akkordina
Emile Parisien / Sopransaxofon
 
Orquesta Típica »El Afronte«
 
Lucas Cáceres, Laura Regis, Agustín Volpi / Geige
Tomás Pereyra Lucena / Cello
Mariano Bustos / Kontrabass
Eugenio Soria, Marcos Longobardi, Pablo Ciliberto / Bandoneon
Lucas Tamburini / Piano
Marco Bellini / Gesang
 
Javier Girotto Trio
 
Javier Girotto / Baritonsaxofon
Gianni Iorio / Bandoneon
Alessandro Gwis / Klavier und Elektronik

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